hinna gans
mannes häas
hemba räas
hunnat hemba
hinna gans
mannes häas
henge räas
räas mäas
beaste räas
 









huschemool hie
wan imma de weata 
im geplärr faraike 
präerje de daabschdumme 
dn läare krescha
ea laises duurelied
guggemool hie



hör einmal hin / wann immer die wörter / im geplärre verrecken / predigen die taubstummen / den lauten Kreischern / ihr leises totenlied / guck einmal hin.
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Dichten im Dialekt - Anthologie sprachwissenschaftlicher und literarischer Beiträge, Marburger Literaturrtag, Hrsg: Armin Klein, Heinrich J. Dingeldein und Joachim Herrgen, Jonas Verlag, Marburg 1985, ISBN 3-922561-46-2.



Statt den Lobpreis des Herrn zu vollenden, gerät die Todesandacht für Mutter Käthe angesichts ihrer sün-digen Wirklichkeiten zusehends ins Wanken. Der Disput zwischen fernem Himmelreich und irdischen Gefilden mit mobilen Wanderpuffs, Stallmist und Kantinenküche, Bombennächten und Todesängsten findet die Zermonie ein abruptes Ende. Ein heftiger Windstoß, der das fest verriegelte Stubenfenster mit einem lauten Knall aufbrechen und die Scheiben bersten lässt, fegt mit Schneegestöber durch die Stube, dass alle Teelichter zischend erlöschen und das gemurmelte Vaterunser im Hals des Pfarrers stecken bleibt. "Ich werde dann wohl mal gehen müs-sen", sagt er mit schreckensbleichem Gesicht, als sei der Leibhaftige im Gefolge der Schneehexen in die Stube gefahren, und verlässt, ohne Gottes Segen zu spenden, fluchtartig das Haus, nicht ohne Ottfrieds Kommentar: "Merrem Vaterunser kräist de noch lang ke Leewensfasicherung!" (mit dem Vaterunser kriegst du noch lange keine Lebensversicherung) feixt er dem in den Schneesturm flüchtenden Pfarrer hinterher, und wendet sich wieder den Katastrophen der Menschheit am metergroßen Flachbildschirm zu, nunmehr in der Dokumentareihe zum brennenden Inferno des in Lakehurst abgestürzten Zeppelins.
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Der Tod der Mutter Käthe -  Vom Tod, dem Aberglauben, von Untoten und Gespenstern, vom Schnee, dem Wind und der Frömmelei, unveröffentlicht, Foto und Cover: Malte Sänger, Bad Vilbel / Angelburg 2018/19.

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