hinna gans
mannes häas
hemba räas
hunnat hemba
hinna gans
mannes häas
henge räas
räas mäas
beaste räas
 







hest de woas
beast de noch
lang näad
beast de woas 
kaast de aach
nit ima ales
glaisch kräie
oom bäste eas 
döu hest goanäad
un nimst da doas
woas de kräie kaast
da beast de doas 
woas de hest

hast du was / bist du noch / lange nichts / bist du was / kannst du auch / nicht immer alles / gleich bekommen / am besten ist / du bist garnichts / und nimmst dir das / was du bekommen kannst / dann bist du das / was du hast.
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Deutsche Mundarten an der Wende - Anthologie deutschsprachiger Dialektautoren, Hrsg: Bernd Diebner und Rudolf Lehr, Verlag Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg 1995, ISBN 3-929-295-18-0.



Die Taube gilt in vielen Kulturen als das Symbol des Friedens und als christli­ches Symbol des Heiligen Geistes. Aber hier sind es die Tauben, die durch Intrigen und Verrat ein mörderisches Blutbad unter dem Federvieh herbeiführen, das sonst nur dem Fuchs zugeschrieben wird. Hier nun erwischt es ihn endgültig und für alle Tage selbst. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder politischen Verhältnissen im Umfeld des Autors sind nicht ausgeschlossen, wenn auch nach reinstem Gewissen in Ehrfurcht vor Gott und dem Hahn des Hessischen Justizministers nicht beabsichtigt.

Es woa emool ean Foks, dea wollt e Huingel freasse. Äawwa doas Huingel wollt nit gefreasse wean. Do säät doas Huingel deam Foks, he sillt´n aal Giggel freasse. Dea wea suwisu baal droo un raif fean Kochgrobbe. Do moschd sisch dea Foks noom Giggl. Wäi dea Foks baim Giggel woa un den freasse wollt, froot dea Giggel den Foks, worim deere da nit däi Gense freasse? He wea´s Leewe lang nua hinnan Hoinga häagelaafe un dobai su dorr woan, wäi nirremool e Gebinsche Schdruu gesai kinnt. O eam wea näad ze freasse, nua Fearran un Gnoche. Do moschd sisch dea Foks bai de Gense. Däi sääre äawwa, he sillt doch nochemool of Kreastdoag werrakomme, da wean se da aach oddlisch fädde un goa noch ze broore. He sillt sisch doch däi Däwwe foom Dach lange, wann he groat suu´n uuflerischde Hunga hät. Däi Däwwe wean zöu näat göut, nua zöum Freasse. Do schdäig dea Foks noon Däwwe nof. Däi Däwwe äawwa flooche fut un räife´m äas de Loft, he sillt sisch doch doas Huingel lange. Do sucht dea Foks werra doas Huingel. Doas Huingel woa äawwa näad mie do. Doas hat de Giggel allwail duutgepeggd, wail doas Huingel deam Giggel de Foks geschischd hat. Ai wäi kunnt dea Giggel doas da wesse? - froot dea Foks. Doas woan däi Däwwe. Däi Däwwe harre´s deam Giggel heannerim faroore. Do sucht dea Foks werra den Giggel. Dea Giggel woa äawwa näad mie do. Den harre de Gense allwail ie´n Wassagroawe geschdumbt un äasoffe, wail dea Giggel den Gense de Foks geschischd hat. Ai wäi kunnte däi Gense doas da wesse? - froot dea Foks. Doas woan däi Däwwe. Däi Däwwe harre´s den Gense heannerim faroore. Do sucht dea Foks werra de Gense. Däi Gense woan äawwa näad mie do. Däi harre de Däwwe allwail foo uuwe met Schdeecha zöugeschmeasse un ärschloo, wail de Gense den Däwwe de Foks geschischd harre. Do sucht dea Foks werra de Däwwe. Däi Däwwe woan äawwa näad mie do. Däi Däwwe woan schu werramool futgeflooche. Doas ärjerte den Foks, wail su 'e Imbrengerai woa jo keam foom Noddse. Un do kreeschd dea Foks ean gruuse Rappel, bäis sisch in ääjene Äarsch un frass sisch fo heanne häa sealbsd of. Bes näad mie foom do woa. Nua sai Mäal, doas bläib foom laije. Es kunnt sisch jo aach schlaaschd noch sealbsd gefreasse. Un däi Däwwe? - Of däi luurte schu de Habischd! Äawwa doas eas werramool e aanare Geschischde.

Der Fuchs und die Henne

Einmal, als es keine Mäuse mehr gab, besann Meister Reineke sich wieder auf das Federvieh. Er schlich in einen Hühnerhof und stürzte sich auf eine alte, magere Henne. „Asch will dasch freasse!" (Ich will dich fressen) raunzte er der Un­glücklichen zu. Dann packte er sie mit seinen grausigen Zäh­nen. Aber die Henne fürchtete weder den Fuchs noch den Tod. Sie zappelte sich aus seinem Maule heraus, ordnete ihr Gefieder und sagte: „Ai, doas eas ma doch de Eahre fiel ze fiel! Asch sai nua e aales, moachares Huingel, groad noch fea e dinne Soppe göut, un Aaja lääje, doas ka asch aach nit mie. Gie ma da fut un freass ma doch den aale Giggel do, wann´s da raascht eas, dea eas suwisuu baal dro un raif fean Kochgrobbe!“ (Ei, das ist mir doch der Ehre viel zu viel! Ich bin nur ein altes, mageres Huhn, gerade noch für eine dünne Suppe gut, und Eier legen, das kann ich auch nicht mehr. Gehe mir fort und fresse mir doch den alten Gockel dort, wenn´s dir recht ist, der ist sowieso bald dran und reif für den Kochtopf!) Und die Henne trippelte gackernd davon.

Der Fuchs und der Hahn

„Ean Giggel freasse? Doas deet ma da groat gefann!" (Einen Gockel fressen? Das täte mir gerade gefallen!) grummelte Reineke in sich hinein und bedankte sich bei der alten Henne für deren gute Empfehlung. Frohen Mutes schnürte er seines Wegs dorthin, wo er sich des Gockels zu bemächtigen trachtete. An seinem Blute wollte er sich köstlich laben. „Häi, Giggel, komm doch emool bai misch!" (Hier, Gockel, komm doch einmal zu (bei) mir (mich)!) suchte er den Gockel mit freundlicher List zu locken. „Worim?" Warum? krähte der Gockel missmutig zurück. „Asch will däi Blöut säffe!" ( Ich will dein Blut saufen!) verriet Reineke sein Verlangen. „Wäi, döu weat mai Blöut säffe!?" (Wie, du willst mein Blut saufen!?) fuhr der Gockel für den Moment eines flüchtigen Lidschlages auf. Dann, mit einem prasselnden Flügelgeflatter, ließ er Reineke auf der Stelle - eins, zwei, drei - um dessen Ohren wissen, wie es um die Angelegenheiten des Blutsaufens im Geviert des Hühnerhofes bestellt war.

Mit einem Male schaute Reineke drein wie der Bauer, dem der Blitz aus heiterem Himmel just mit grollendem Donner in die Sense geschlagen hatte. Seine Pracht und Herrlichkeit waren auf dem Misthaufen darnieder geworfen. Aber kaum, dass er sich aus dieser Pein aufgerappelt und neu besonnen hatte, sperrte er wieder sein gieriges Maul auf und ließ seine grausigen Zähne aufblitzen, dass allein der Schrecken davor jedermann den Tod hätte bringen können. So doch nicht dem Gockel. Wie die Henne fürchtete er weder den Fuchs noch den Tod, wohl aber den Unfrieden, den Reineke über den Hof gebracht hatte, und so wollte er sich den gebührenden Respekt verschaffen, wie es einem Gockel zur Würde geziert. Geschwind flatterte er auf seinen Misthaufen hinauf und scharrte hinterrücks allen Mist und Dreck hervor, gera­dewegs in Reinekes aufgesperrten Rachen hinein. „Do heste edst dai Blöutsäffe! Lang da doch däi Gense, wann de groat su´n uuflerischde Hunga und Doschd hest!" (Da hast du jetzt dein Blutsaufen! Hol (langen) dir doch die Gänse, wenn du gerade so einen unflätigen Hunger und Durst hast!) spottete der Gockel von hoher Warte her­ab. Und mit strammen, majestätischen Paradeschritten, wie es kleine Offiziere gerne tun, wenn sie einen Sieg ihr eigen glauben dürfen, stolzierte er nach vollendeter Schlacht davon

Der Fuchs und die Gänse

„Gense? Doas sillt ma doch ean oddlische Schbass ge­mache!" (Gänse? Das sollte mir doch einen ordentlichen Spaß machen!) lachte Reineke in sich hinein und bedankte sich bei dem Gockel für dessen gute Empfehlung. Er aber rotzte und kotzte und schüttelte den Dreck aus seinem Maul heraus, dass es weit­hin nur so schnaufte und so schniefte. Dann machte er sich mit leisen Pfoten auf den Weg, die Gänse mit seiner Aufwar­tung beglücken zu wollen. Aber diese wurden seines heimlichen Kommens ge­wahr: „Guggd emool, de Reineke kimmt un will ois duud­mache!" (Guckt einmal, der Reineke kommt und will uns totmachen!) rief la­chend eine Gans. Und alle watschelten herbei. „Wäi schie he doch im Päls gewässe eas!" (Wie schön er doch im Pelz gewachsen ist!) spöttelte eine andere. Denn nach der Attacke des Gockels war es um ihn als eine Zierde seines Geschlechtes und ho­hem Stande nicht zum Besten bestellt. Aber derlei Hänselei und Spott freilich nicht genug. Eine blutjunge Gans bot ihm sogar noch ihre Liebe an: „Asch kinnt groad Aaja merrem gelääje!" (Ich könnte gerade Eier mit ihm legen!) seufzte sie, und die Gänse stimm­ten gar noch ein spöttisches Liedchen in der Art der vorneh­men Leute an:

Gans du hast den Fuchs erwischt
lass ihn nie mehr aus
steck ihn in den Schweinekoben
mach ihm den Garaus.

Nun, aus mehrerlei Erwägungen heraus mochte Reine­ke diese Schmähungen und Spott nicht auf sich ruhen lassen, wurde dem Schlaukopf doch ob seiner Kühnheit und Ver­standeskraft seit altem Gedenken stets Achtung und Ehr­furcht dargebracht. „Asch will each Mores lean, woarr´es hääst, ean aale Foks ze uuze!" (Ich will euch Anstand (Mores) lehren, was es heißt, einen alten Fuchs zu veralbern (uzen)!) zürnte Reineke. Abermals zeigte er seine grausigen Zähne. Doch die Gänse wie die Henne so der Gockel fürchte­ten Reineke und den Tod auch nicht. Sie purzelten und tram­pelten über ihn hinweg, zupften und zausten seinen Pelz, dass es ihn nur so zwickte und so zwackte. Nur mit einem kühnen Sprung auf eine wackelige Boh­nenstange gelang es ihm, sein Schicksal zu wenden und sich aus ärgster Bedräng­nis vor den garstigen Schnabelhieben der Gänse zu retten. „Lang da doch de Däwwe foom Dach, wann de da grot suu´n uufleerischde Hunga hest!" (Hol (langen) dir doch die Tauben vom Dach, wenn du gerade so einen unflätigen Hunger hast!) schnatterten die Gänse hinterdrein, und alle watschelten in ihren Weiher, und sie ließen sich's dort wohlergehen.

Der Fuchs und die Tauben

Däwwe!?" (Tauben!?) Geringerer aber auch nicht minder leckerer konnte einem Feinschmecker wie dem Fuchs das große Fressen wahr­lich nicht mehr ausfallen! So unterließ er auch weitere Dan­kesbezeugungen gegenüber dem Schnattervieh, zumal er au­genblicklich wahrlich andere Widrigkeiten zu bewältigen hatte. Gleich einer Vogelscheuche im Wind wankte Reineke nunmehr auf der Bohnenstange hin und her und schnappte nach einer leckeren Taubenmahlzeit. Doch nichts als laue Luft bekam er zu reißen und zu beißen. Bald peinigten ihn arge Blähungen und ein Bauchgrim­men stellte sich ein, dass er von sich glauben mochte, er stürbe bald. Doch wie zuvor die Henne, der Gockel so auch Gänse fürchteten die Tauben weder Reineke noch den Tod. Auch sie hatten einen tollen Spaß mit ihm. Keck und frech schwirrten sie um seinen Kopf herum und sausten an sei­nem gierig schnappenden Maul vorbei, dass ihm noch elen­der wurde. 

„Woas sisch´s de da do uuwe of dea Buunesch­dang erim, wu de doch häi unne of de Ea de Hoinga un de Gense gefreasse kaast?" (Was suchst du denn dort oben auf der Bohnen­stange her­um, wo du doch hier unten auf der Erde die Hühner und Gänse fressen kannst?) lachten die Tauben Reineke aus, der sich nunmehr in seiner Peinlichkeit und Lächerlichkeit vollends gewahr wur­de und den Tauben zürnte: „Asch will each de Hälse rimdriä!" (Ich will euch die Hälse um­drehen!) brüllte er gen Himmel, ganz entgegen seiner sonst so geachteten vornehmen Art und Gestalt. „Do misst´e uschde­mool doas Fläie lean, su wäi de Ha­bischd, guggemool!" (Da musst du erst einmal des Fliegen lernen, so wie der Habicht, guck ein­mal!) gurrten die Tauben zurück und entschwan­den mit einem eleganten Bogen hoch oben im weiten, blauen Himmel. 

Selbst mit Gottes Hilfe und unter Anrufung der vier­zehn Notheiligen war der Schande nicht mehr beizukom­men. Zwar hatte ihn der Allmächtige mit allerlei Künsten ausgestattet, deretwegen er reichlich gerühmt wurde, aber als er die Kunst des Fliegens ersonnen hatte, musste er doch an­deren Sinnes gewesen sein als es Reineke jetzt im Stillen wünschte. Geschwind machte er seinem mit reichlichem Kummer erfüllten Aufenthalt in luftiger Höhe ein Ende und sauste be­herzt zu Boden. Dann trottete er - mit grimmiger und garsti­ger Wut unterm Pelz - zurück in den Hühnerhof. Dort erhoffte er sich endlich sein Fressen, wenn auch dürr und mager in Gestalt der alten Henne, wie er sie schon einmal im Maule gehabt hatte. Auf diese gierte nunmehr sein ganzes Sinnen und geiferndes Trachten. Aber er fand die Henne nicht mehr lebendigen Leibes im Hühnerhof vor.

Die totgepickte Henne

Von Blut übergossen und mit zerzausten Federn lag die Henne unter einem Beerenstrauch meuchlings ermordet. Reineke wusste sich darauf keinen Reim zu machen. Da flog eine Taube herbei, ließ sich auf einem Zweig des Beerenstrauches nieder, und erzählte dem Fuchs, was ge­schehen war: „Doas woa dea Giggel!" (Das war der Gockel!) gurr­te die Taube, „dea het doas Huingel duudgepekt, wail doas Huingel deam Giggel de Foks geschischd hat." (der hat das Huhn totgepickt, weil das Huhn dem Gockel den Fuchs geschickt hat.) „Wäi kunnt dea Giggel doas da wesse?" (Wie konnte der Gockel dies denn wissen?) frag­te Reineke die Taube. „Mia huu´s deam Giggel heanne rim faroore!" (Wir haben es dem Gockel hinten herum verraten!) antwortete die Taube und entschwand hoch oben im weiten, blauen Som­merhimmel.

Der ertränkte Hahn

„Woas lait ma droo!?" (Was liegt mir daran!?) knurrte er in sich hinein, besann er sich doch wieder des Gockels. Dessen Grobheiten trachtete er nun mit gleicher Münze heimzuzah­len. Schnurstracks folgte er seiner alten Fährte zur Mistkau­te hin, wo er den Gockel noch saftigen Leibes wähnte. Doch wie die Henne so weilte auch der Gockel nicht mehr unter den Lebendigen. Mit durchnässtem Gefieder lag der stolze Chef des Hühnerhofes wenige Schritte seines Misthaufens entfernt am Rande des Weihers ertränkt. Abermals wusste Reineke sich darauf keinen Reim zu machen. Da flog eine zweite Taube herbei, setzte sich auf einen Stein und erzählte Reineke, was geschehen war: „Doas woan däi Gense!" (Das waren die Gänse!) gurrte die Taube, „däi huu´n Giggel ie´s Wassa geschdumbt und ärsof­fe, wail dea Giggel den Gense de Foks geschischd hat." (die haben den Gockel ins Wasser gestoßen und ersoffen, weil der Gockel den Gänsen den Fuchs geschickt hat.) „Wäi kunnte däi Gense doas da wesse?" (Wie konnten die Gänse dies denn wissen?) fragte Reineke die Taube. „Mia huu´s den Gense heannerim faroore" (Wir haben es den Gänsen hinten herum verraten) antwortete die Taube, und entschwand hoch oben im weiten, blauen Sommerhimmel. So blieben ihm nur noch die Gänse. An ihnen wollte er sich jetzt seinen Rachen vollschla­gen, jedoch mit List zu Werke gehen. Im Gewand als Bräuti­gam wollte er es mit der liebestol­len Gans noch einmal wa­gen, so seine messerscharfe Idee, und hierbei gleich in aller Seelenruhe die ganze Sippschaft zum Hochzeitsmahl bitten. Doch diese List sollte ihm nicht mehr zu Nutze sein.

Die gesteinigten Gänse

Auch die Seelen der Gänse waren längst gen Gottes Himmel gefahren. Ihre kalten Leiber lagen mit geborstenen Köpfchen und zerbrochenen Flügelchen in einem Massen­grab unter Tausenden von Kieselsteinen begraben. Einmal mehr wusste Reineke sich keinen Reim darauf zu machen. Da flogen alle Tauben herbei, setzten sich der Reihe nach auf die Bohnenstange und erzählten Reineke, was ge­schehen war: „Doas woan mia!" (Das waren wir!) gurrten die Tauben ver­gnügt im Chor, „mia hu däi Gense äas de Loft met Schdee­scha duutgeschloo, wail däi Gense ois Däwwe de Foks ge­schischd harre." (Wir haben die Gänse aus der Luft mit Steinchen totgeschla­gen, weil die Gänse uns Tauben den Fuchs geschickt hatten. )

Der Freitod des Fuchses

Da überkam ihn eine große Ratlosigkeit. „Ai, härr asch ma doas Huingel doch glaisch gefreas-se!?" (Ei, hätte ich mir das Huhn doch gleich gefressen!?) jammerte er in tiefer Not und finste­rer Betrübnis. Mit eingezogener Rute und hechelnder Zunge streunte er verwirrt und mit einem großen Schrecken im Herzen über den Hüh­nerhof. Derlei Leichen wollte er dann doch nicht auf seine Kappe nehmen wie er auch die Flinte des Bauern auf das Schlimmste befürchtete. So nahm er all seinen Mut zusammen, sich seines Elen­des vor Gott und dem Hahn des Hessischen Justizministers einzugestehen, und fraß sich sodann, wie eine um ihren Ver­stand ringende Schlange, vom Schwanz her selber auf, bis nichts mehr von ihm war, nur sein großes Maul blieb von ihm übrig - es konnte sich ja schlecht noch selber fressen. So war es um Reineke geschehen. Aber die Tauben hatten sich unterdessen auf sanften Flügeln vom Ort des blutigen Geschehens erhoben und sich im blauen Som­merhimmel noch eines heiteren Tages ver­gnügt. Bis dass der Habicht ihrer gewahr wurde. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
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Deam Foks sain Duud - Reinekes Ende, vom Fressen, Verraten und Umbringen, unveröffentlichtes Manuskript, Angelburg / Frankfurt (1999/2011).

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