hinna gans
hemba räas
mannes häas
hunnat hemba
hinna gans
mannes häas
henge räas
räas mäas
beaste räas
 


Die Sorge um das Kind tritt zurück hinter die Sorge um das Vieh, das die Existenz sichert, Milch gibt, den Acker pflügt und das Schlachtfleisch liefert. Und das Wenige, das sie erwirtschaften fällt unter die Steuer, so dass ihnen die Hoffnung auf Brot im Diesseits genommen ist. Zuerst das Rind, dann das Kind, zuerst die Steuer, dann die Scheuer, zuerst der Tod, dann das Brot.







"innam dach hu ma olwel broie grooe un addseln schdadd schwalwe un ke glegg im loddo un baal eas härbst un noch imma ke äabt un den moond will ma ean kaale weanta bedoire wann de hoagense komme da freet de raibert noom geald feas ööl un mia hu sealbst näad mie ze raiße un ze baise un de dokta froot noilisch wäis da merrem schdöulgaang wea - ai jo den misste uschdemool kinne geschaise un mia sais edst baal su lääd mia kinnte feam kreastdoag noch alles zaschmaise."







Radierung: Klaus Schlosser (1986), aus: "schwortswaise raabooche" (1987).Erstveröffentlichung in: "Gemorje Hinnerlaand" (LP 1984), musikalische Bearbeitung: Reiner Lenz (Klavier) und Wolfgang Schmidt (Alt-Saxophon).
(Privatbesitz des Autors)


Jahresbericht des Mediziners Dr. Deibel vom 12. Oktober 1832 im Landratsbezirk Gladenbach (ab 1832 Kreis Biedenkopf).

Der Physicatsbezirk Gladenbach liegt zwischen dem 50° 42' und 50° 53' nördlicher Breite und zwischen dem 26° 2' und 26° 20' östlicher Länge. Er gränzt gegen Norden an den Bezirk Biedenkopf; gegen Süden an den Bezirk Gießen und das Königreich Preußen; gegen Osten an das Kurfürstenthum Hessen; gegen Westen an das Herzogthum Nassau. Seine höchste Höhe über der Meeresfläche, findet sich auf dem Rachelshäußerkopf, ein Berg zwischen Rachelshaußen, Runzhaußen und Holzhausen und beträgt 1626 Fuß über der Meeresfläche. Der Bezirk hat viele Berge und Anhöhen auf welchen man Hoch- und Niederwaldung findet und ist im eigentlichen Sinn des Wortes, unfruchtbar, rauh und kalt. Außer dem Lahnfluß, welcher den Bezirk in der Gegend von Friedensdorf eine kurze Strecke berührt, finden sich noch folgende Bäche: 1) die Alnau; 2) die Perf; 3) die Dautphe und 4) die Salzböthe. Die Bevölkerung beträgt gegen 13600 Seelen, in einem Marktflecken 45 Dörfer und 2 Höfe. Das Clima ist wegen der hohen Lage des Bezirks, viel rauher, als in den tiefer liegenden Gegenden um Gießen und nach der Wetterau hin. Die Winter dauern in der Regel 4-5 Monate lang und fangen auf den Anhöhen namentlich in der Gegend von Bottenhorn früher als in den tiefer gelegenen Gegenden des Bezirks an.

Der Bezirk ist reich an Mineralien, es sind jedoch nur wenige Bergwerke in Betrieb, wie z.B. der Eisenberg zu Rachelshaußen und Lixfeld und das Kupferbergwerk zu Silberg. Bey Hartenrod wird Gypsspath gewonnen, bey Gladenbach sind Schiefergruben und bey Bischoffen einträgliche Sandgruben. Der Boden ist verschieden, meistens jedoch leicht und mit Heidenerde vermischt; eine Hauptrolle spielt der bläuliche Thonschiefer.Hier und da findet man bläulich graue Kalksteine, etwas Thon und fast bey jedem Ort des Bezirks Lehmboden; dagegen sehr wenig Dämmerde. An magerem und fetten Rindvieh, sowie an mageren und fetten Schweinen, ist kein Mangel und es könnte noch viel mehr geleistet werden, wenn die Bewohner des Bezirkes wovon jedoch einige Orte eine rühmliche Ausnahme machen - Stallfütterung einführten und mehr auf Kleebau und Wiesenverbesserung bedacht wären. Das Pflanzenreich liefert die nöthigen Getreidearten, wie Korn, Gerste, Weitzen, Hafer, Erbsen, Linsen und Heidekorn (-Buchweizen) sowie die erforderlichen Gemüse, wie Kartoffeln, Kohlraben, Rüben, Möhren, Bohnen, Kohl, Gurken, Lattich usw. in hinreichender Menge, dagegen wird Klee, Flachs und Rübsamen (-Raps) wenig gezogen. Die Obstzucht ist sehr vernachlässigt und man beschränkt sich im allgemeinen nur auf gewöhnliche Sorten.

Das Steinreich liefert hauptsächlich Eisenstein und Kupfererz, sowie Gypsspath und Dachschiefer. Die Bewohner des Bezirks sind von mittlerer Größe und in der Regel mit einem robusten Körperbau versehen, worauf Witterung, Nahrung und Kleidung einen sichtbaren Einfluß ausüben. Die meisten Wohnungen sind zweystöckig, von Holz erbaut und größtentheils mit Stroh gedeckt; ihre innere Einrichtung ist selten zweckmäßig, noch schön. Allgemein eingeführt sind die s. g. Kranzöfen - ein aus 5 gegossenen Platten und einem Blechkasten bestehender Ofen - worauf fast das ganze Jahr hindurch gekocht wird, und für die Gesundheit äußerst nachtheilig ist. Die Kleidung der Landleute besteht bey Männern meistens in einem leinernen Kittel und Hosen, in einer wollenen Weste oder einem gestrickten Camisohl, wollenen Strümpfen und stark benägelten Schuhen. An Sonn- und Festtagen wird anstatt dem Kittel, gewöhnlich ein Gehrock angezogen. Die Kleidung der Frauen, Mädchen, auf dem Lande ist nach deneinzelnen Abtheilungen des Bezirks verschieden, keineswegs dem Wechsel der Mode unterworfen, jedoch weder zweckmäßig noch schön und hat sich von dem ältesten Zeiten her erhalten.

Die Reinlichkeit im allgemeinen gehört nicht zu den gangbarsten Artikeln im Bezirk, doch zeichnen sich auch hier wieder einzelne Orte - und überhaupt die wohlhabende Classe vor anderen aus. Das Reinigen der Straßen ist fast gänzlich vernachläßigt, und man findet mehr Koth als Pflasterstaine. In den Wohnstuben der Landleute wird fast das ganze Jahr hindurch gekocht, gesotten, gebraten und gewaschen, und dabey selten die Luft durch Öffnen eines Fensters erneuert. Die Bettücher und Bettüberzüge - wenn deren da sind - werden bey vielen in 3 Monat nicht gewechselt und es herrscht fast überall die größte Armuth an Weiszeug. Die unmittelbare Reinigung des Körpers geschieht bey den Landleuten wöchentlich ein, selten 2mal und bey vielen wird hieran gar nicht gedacht. Zum Baden ist außer der Nähe des Lahnflußes, wenig Gelegenheit, und wird, wo es möglich ist, nur von der Jugend und namentlich von den Knaben benutzt.

Die Hauptnahrungsmittel sind Brod, Kartoffeln, Sauerkraut, Mehlspeisen und Fleisch - frisch und getrocknet -, wie es die Umstände erlauben. Das Brod der meisten Landleute ist zu stark gesäuert, rauh und nicht ganz ausgebacken. Das Weisbrod, welches in Gladenbach gebacken wird, ist gut, weniger findet man dieses auf dem Lande. Die Kartoffeln machen in jeder Jahreszeit das Hauptgemüß aus und erscheinen auf mancherley Art zubereitet in vielen Haushaltungen täglich 2-3 mal. Jeder Hausmann, wenn er nicht gar zu arm ist, schlachtet jährlich 1 auch 2 Schweine. Wildpret, Fisch und Krebse giebt es wenig, und kommen nur auf die Tafel der Wohlhabenden. Kaffee wird viel und wirklich im Übermaß getrunken, jedoch meistens mit einem Zusatz von gebrannten Möhren, Runkeln, Korn oder Cichorien. Das Wasser ist nach Lage der Brunne von verschiedener Güte und Reinheit, im ganzen jedoch gut und äußert meines Wissens keinen nachtheiligen Einfluß auf die Gesundheit.

Außer Wasser wird Wein, Bier, hauptsächlich aber Brandtwein getrunken, letzterer ist sogar bey vielen zum täglichen Bedürfnis geworden, und wird im Übermaß genossen, so daß Gesundheit und Wohlstand dadurch leiden. Dabey ist der hier gebräuchliche Kartoffelfusel von sehr schlechter Qualität und häufig mit schädlichen Substanzen vermischt. Es finden sich sodann im Bezirk eine übermäßige Anzahl Brandtweinschänken und werden deren täglich noch mehr errichtet. Die Vermögensumstände der Bewohner sind bekanntlich schlecht und es herrscht mehr Armuth als Wohlstand; zumal da ein großer Theil derselben ganz unter der Leibeigenschaft der Geldverleiher seufzet, deren Wohlstand sich in einem Zeitraum von 9 Jahren auffallend verbessert hat, weshalb auch dem baldigen ins Leben Treten der schon lange projectirten Spar- und Leihkassen von vielen Seiten mit Vergnügen entgegengesehen wird. Acker- und Wiesenbau bedürfen noch mancher Verbesserung und ob es gleich der landwirtschaftliche Verein für die Provinz Oberhessen an Unterstützung und Belehrung zum Emporkommen der Landwirtschaft nicht fehlen läßt, so will die gute Sache doch keinen rechten Fortgang gewinnen.

Was die Fortpflanzung betrifft, so kann man im Durchschnitt auf ein Ehepaar 4 - 6 Kinder rechnen. Hurerei und wilde Ehen sind nicht selten. Die meisten Bewohner bekennen sich zur evangelischen Religion, außer diesen findet man einige Katholiken und etwa 120 Juden. Seitdem die Schulen mit besseren Lehrern besetzt sind, ist der Unterricht gut und ihr wohlthätiger Einfluß auf die Jugend ist nicht zu verkennen. Die Krankheiten, welche unter den Bewohnern des Physicatsbezirk Gladenbach, am meisten vorzukommen pflegen, sind folgende: Sowohl das Clima als die Lebensart bringen es mit sich, daß catarrhalische, rheumatische und gastrische Leiden eine Hauptrolle spielen und am häufigsten vorkommen. Die leichte Bekleidung, die übermäßig heißenn Stuben, der öftere Wechsel der Temperatur und Witterung, sind Momente wodurch leicht Verkältungen stattfinden können. Ebenso werden durch den übermäßigen Genuß im Essen und Trinken gastrische Störungen veranlaßt und man findet diese Classen von Krankheiten meistens das ganze Jahr hindurch.

Außer diesen findet man hauptsächlich im Frühjahr bei anhaltendem Nord-, Nordost- und kaltem Südostwind Entzündungskrankheiten, wie z.B. Lungen-, Brustfell- und Halsentzündungen, zuweilen auch Augenentzündungen und Rosen. Im Sommer gibt es in der Regel wenig Kranke, es zeigen sich wohl gegen das Ende hin, hier und da Diarrhoe und ruhrartige Durchfälle, Colik und sporatische Cholera, als Folge von Erkältung und dem Genuß unreifer Früchte und überhaupt schlechter Nahrungsmitel. Masern, Rötheln und andere Ausschlagskrankheiten finden sich zuweilen auch in dieser Zeit. Im Herbst nehmen die Krankheiten wieder mehr den entzündlichen Charakter an, und man findet außer Hals- und Augenentzündungen,Schnupfen, Husten und Gliederreißen, nicht selten Oedeme und Wassersuchten. Im Winter finden ich sodann vorzugsweise rheumatische und Catarrhalische Affecte aller Art ein, wie z.B. rheumatisches Seitenstechen, Husten, Schnupfen und Halsweh.

An Hämmorrhoidalbeschwerden leiden viele und Scrofelkrankheit, Rachitis und Atrophie kommen häufiger vor, jedoch selten in ärzliche Behandlung. Seit mehreren Jahren erscheinen mit jedem Frühjahr die modificierten, Menschenblattem, im Gefolge von Rötheln, Masern und falschen Pocken. Das Wechselfieber bringen die beurlaubten Soldatenn, welche in Worms garnisonieren und in der Regel die Trescher mit. Flechten und Krätze sind nicht selten, dagegen leiden nur wenige an venerischer Krankheit. Nerven- und Faulfieber erscheinen selten und ich habe in den 10 Jahren wo ich hier bin nur eine Nervenfieber-Epidemie beobachtet.


Zur Geschichte der Industrialisierung, Landflucht und Auswanderung in Mittelhessen.

Die Dialekte in Hessen unterliegen nicht erst seit heute einem Sprachwandel. Der einst in sich geschlossene Arbeitsplatz "Dorf" als sprachlicher und kultureller Lebensmittelpunkt ist bereits mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und der Wanderbewegung der Arbeiter in die Industriemetropolen obselet geworden. Die menschliche Arbeitskraft wird zur Ware wie der Arbeiter selbst. Es entstehen neue Berufe, deren Begrifflichkeiten und Inhalte in die Dialekte übernommen werden müssen. Größtes Unternehmen in der Eisenverhüttung, dem Bau von Hochöfen und Gießereien wird das Mitte des 18. Jahrhunderts in Hirzenhain im Vogelsberg gegründete Buderus-Unternehmen. Mit späterem Hauptsitz Mitte des 19. Jahhunderts in Wetzlar erlangt das Unternehmen auf den europäischen Stahlmärkten eine Spitzenposition.

Georg Büchner
  (1813 - 1837), Bleistiftzeichnung von August Hoffmann um 1835. Der Mitautor des "Hessischen Landboten" setzt in seinem Sozialdrama "Woyzeck" bewusst die Umgangssprache ein. Das Ineinanderschieben der verschiedenen Sprachebenen von Herrschaftssprache und der dialektal ausgerichteten Umgangssprache von Woyzeck wird zum Stilmittel des Dramas, das erst 1913 in München uraufgeführt wird.

Die Hochöfen und Gießereien werden im Lahn-Dill-Gebiet sowie der Erzabbau von Roteisen, unter anderem im Schelderwald, systematisch ausgebaut. Das alles wird nur möglich durch den Bau der Eisenbahn, die selbst auf die Stahlproduktion als Eisen-Bahn angwiesen ist. Mittelhessen wird zum Industriestandort mit Anschluss an den europäischen Markt. Der Baubeginn der bereits 1838 geplanten Main-Weser-Bahn von Frankfurt über Gießen und Marburg nach Kassel datiert auf das Jahr 1845. Vollendet wird die zweigleisige Strecke im Jahr 1865. Glanz und Elend, Dünkel und Zorn geben sich einander die Klinke in die Hand. Bad Nauheim wird 1850 mit Anschluss an die Main-Weser-Bahn zur Kurstadt der Hautevolee - mit Spielkasino.

Die Provinz wird neu vermessen, die Mäuler neu geschliffen

Die Industrialisierung steht unter Dampf und kommt mächtig in Fahrt. Das abseits gelegene Dörfchen tickt nun auf die Minute gleich mit den Bahnhofsuhren der Industriestädte. Die Provinz wird neu vermessen, deren Mäuler aufs Neue geschliffen. Entlang den Bahnlinien wird die vertraute Landschaft radikal umgekrempelt. Berge werden untertunnelt, Täler mit mächtigen Viadukten überbrückt, und nicht selten werden die bis dahin geschlossenen Landschaften und Kulturräume durch Bahndämme zerteilt. Des Weiteren werden die Zeit- und Raumbegriffe durch den Bau der Eisenbahn einer radikalen Wandlung unterzogen. Verknüpft die Zeitangabe "Mia winn baim Kornoabmache werra do sai" (Wir wollen zur Getreidernte wieder daheim sein) noch Landschaft, Arbeit und Lebensraum, so dürfte der Schalterbeamte Schwierigkeiten haben, danach ein "Retour Billett" nach Fahrplan, Uhrzeit und Zugnummer auszustellen.

Entsprechend wird die bisherige fassbare Landschafts-Erfahrung mit dem Blick aus dem noch in drei Klassen ausgerichteten Abteilfenster zum Erlebnisraum einer fotografischen Fläche und der originären Erfahrung entzogen und neu definiert, ganz ähnlich dem heutigen Blick aus dem Orbit auf den Planeten Erde. Die Moderne findet bildlich ihren Rahmen, währenddessen die Romantik in ihrer wirklichkeitsfremden und schnulzigen Glückseligkeit eines Caspar David Friedrich (1774 - 1840) und seinen Epigonen versinkt. Am Ende ist es Heinrich Heine (1797 - 1858), der ihnen mit seinen Essays zur "Romantischen Schule" journalistisch aus dem Pariser Exil die Leviten liest.

Siedlungsdruck in den Städten und vermehrter Landverbrauch in den Provinzen an den neuen Bahnhöfen bewirken einen Bauboom bis dahin unbekanntem Ausmaß. Der Bahnhof läuft mit seiner obligatorischen Kneipe der Kirche den Rang als Mittelpunkt des Provinzstädtchens ab. Die Bahnhöfe selbst werden zu Kathedralen und der Bahnhofskiosk wird mit seinen überregionalen Zeitungen zum Kulturvermittler. Die bodenständige Scholle wird als Pachtland zur Immobilie und selbst zur Ware wie die Lebensmittelproduktion durch Mechanisierung und durch die Entwicklung der mineralischen Düngung und der Agrochemie durch den in Gießen lehrenden Chemieprofessor Justus von Liebig (1803 - 1873) zur Agrarindustrie umgewandelt. Der Dampfpflug ersetzt das Pferdegespann in der Furche. Aus dem Wetterauer Stallknecht wird ein Maschinist und die lokomotive Dreschmaschine macht die Wander- und Saisonarbeiter aus dem Hinterland, dem Vogelsberg und der Rhön, die Fulder und Schnitter, arbeitslos.

Die Industrialisierung verändert radikal die Lebens- und Wirtschaftsräume auch in Mittelhessen. Sie manifestiert sich auch in den Köpfen und in den Dialekten, die je nach ihren lokalen Besonderheiten in Ungleichzeitigkeiten ihrer Butzenscheibenromantiken verharren oder sich anpassen, wollen sie ihren Verkehrswert erhalten. Das kapitalistische Geschäftsmodell löst die alten feudalen Herrschaften auf, doch in der Restsauration bilden sich die alten Herrschaften auf´s Neue aus. Das Hochdeutsch wird zur Obrigkeits- und Amtssprache. Mit den Verwaltungs- und Schulreformen wird schließlich die Zweisprachigkeit etabliert wie die nachgehende Entwicklung des Verkehrswesens und der Medien bis zum ersten Drittel des 20. Jahrhunderts die moderne Standardsprache als Hauptverkehrssprache faktisch durchsetzt.

Frieden den Hütten, Krieg den Palästen

Die Kehrseite der Industrialisierung liegt in der massenhaften Verarmung (Pauperismus), in politischer Unterdrückung und im Niedergang des Handwerkes, insbesondere in der Textilverarbeitung der Weber. Die Verelendung hat verschiedene Ursachen. Durch die Aufhebung der Leibeigenschaft 1811 im Großherzogtum Hessen werden die Bauern zwar „frei“, doch zu einem hohen Preis. Die bisher erbrachten grundherrschaftlichen Leistungen müssen gegen Geld abgelöst werden. Die einstige Leibeigenschaft wird in die Verschuldung übertragen. Hinzu kommen noch Missernten und Hungersnöte.

Neben klösterlichen Besitztümern bestehen gutsherrschaftliche Domänen und Hofgüter, deren Wirtschaftsflächen in der Regel über 300 Hektar ausweisen. Hinzu kommen Waldungen und Weideland einschließlich der Jagd- und Fischereirechte. Bewirtschaftet werden diese Großbetriebe primär von rechtlosen Saisonarbeiter, Knechten und Mägden - Arbeitsmigranten aus dem Hinterland und dem Vogelsberg. Nicht selten kehrten die Mägde als ledige Mütter in ihre Dörfer zurück, ausgemergelt und krank. Das Hofgut Wickstadt in der Wetterau mag hierfür als Besispiel stehen. Es bildet sich ein bürgerliches Großbauerntum in spöttischer Gesatalt eines "Dickwurzbarones" mit dem Geschäftsmodell des Zuckerrübenanbaus aus. Die einstige Kornkammer Hessens wird im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft zum Agrarzuckerlieferanten und zur monokulturellen Agrarsteppe - mit späterem Gleisanschluss an die Main-Weser-Bahn.

Dagegen liegt die landwirtschaftliche Fläche eines einfachen Bauern im Vogelsberg in der Regel unter einem Hektar. Eine Wirtschaftsfläche, die durch die Realerbteilung noch zersplittert wird und keine tragfähige Lebensgrundlage mehr bietet. Zudem kommt es mit der Aufhebung der napoleonischen Kontinentalsperre gegen England 1813 zu einem Preisverfall, besonders in den in Heimarbeit betriebenen Webereien, die gegen die maschinell erzeugten Tuchwaren chancenlos sind. Die kleinen Bauern werden Tagelöhner, besitzlose Landgänger oder frühindustrielle und rechtlose Fabrikarbeiter, andere wandern nach Amerika aus.

Hurdy Gurdy Girls
Eine Kulturgeschichte zwischen Elend, Suff und vornehmen Saloons

Der Hausierhandel mit Besen- und Bürstenwaren oder mit aus Holzspänen und Hühnerfedern gefertigte Fliegenwedel wird im Vogelsberg, in der Wetterau und im Hinterland zu einem eigenen Geschäft der besonderen Landgängerei. Die in den langen Wintern in Hausarbeit hergestellte Waren werden auf fernen Märkten feilgeboten, die oft in "die Fremde" führen, nach den Niederlanden, Frankreich und England. Um den Verkauf auf den Märkten zu fördern, ziehen junge und teilweise noch minderjährige Mädchen mit, die mit einfachen Drehleiern und Liedern zum Tanz aufspielen. Eine Geschäft, das von Händlern und Agenten in den Überseehäfen aufgegriffen wird und mit den Auswandererschiffen Amerika erreicht. Dort landen die Drehleiermädchen als Hurdy Gurdy Girls oder Hessian Broom Girls nicht nur auf den Märkten. Aus dem Bürsten- und Fliegenwedelhandel wird ein Geschäft der Prostitution. Die Mädchen spielen in Hafenkneipen, Saloons und Bordellen auf und ihre Musik fließt ein in die amerikanische Folk Musik, doch sie selbst landen als Fancy Ladies, als Nutten in der Verelendung. Heute erinnert der Song „Hurdy Gurdy Man“ von Donovan an diese Kulturgeschichte aus der Mitte Hessens.

Nach der Julirevolution 1830 in Frankreich kommt es auch in Mittelhessen, insbesondere in der Wetterau und im Vogelsberg, zu Aufständen und blutigen Revolten wie das "Blutbad in Södel" (1830) in der Wetterau, verfassen Georg Büchner (1813 - 1837) und Ludwig Weidig (1791 - 1837) den "Hessischen Landboten", der 1834 zum Umsturz auffordert. In Gießen gründen Büchner und Studenten mit Handwerkern und Gesellen eine Geheimgesellschaft - die Gesellschaft für Menschenrechte. Gießen wird zu einem der Zentren der domokratischen Bewegung des Vormärz in Deutschland, Weidig selbst zum Mitinitiator des Hambacher Festes 1832, an dem er aufgrund der Verfolgung jedoch nicht teilnimmt. Die Dialekte werden in den Dörfern mit demokratischen Inhalten und Begriffen infiltriert und in den Katschemmen und Spelunken beim "Dispedäiern" (Disputieren) weitergetragen.

Bereits 1822 kommt es zu einem spektakulären Postraub im Hinterland bei Gladenbach. Acht verarmte Bauern und Tagelöhner aus den Weilern Kombach, Dexbach und Wolfgruben überfallen eine Postkutsche. Sie machen mit rund 10000 Gulden und Wertgegenständen reichlich Beute, werden jedoch kurze Zeit danach gefasst und in Gießen hingerichtet - sie werden mit dem Schwert geköpft. Lediglich ein Räuber kann entkommen. Vermutet wird, dass er nach Amerika ausgewandert ist. Mit Volker Schlöndorff findet 1971 dieser Postraub in der Subach mit dem Titel "Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach" Eingang in die Filmgeschichte.

Die Verfechter der Restauration nach dem Wiener Konkress 1815 und deren Polizeibüttel nach den Karlsbader Beschlüssen 1819 gegen alle demokratischen Bestrebungen treffen auf die Revolutionäre des Vormärz, wo andere sich in der bräsigen Bie(r)dermeierlichkeit bequem machen. Doch politische Verfolgung und Kerker, Folter und Tod sind das Tagesgeschäft. Nicht zuletzt sind es Karl Marx (1818 - 1883) und Friedrich Engels (1820 - 1895), die mit einem Paukenschlag ihr Kommunistisches Manifest (1848) auf den Schanktisch der Geschichte schmettern. Ein politisches Gespenst geht um, das auch den gebürtigen Gießener Wilhelm Liebknecht (1826 - 1900) erfasst. Er wird zum Mitbegründer der Sozialdemokratie.

Mitte des 19. Jahrhunderts und nach der vergeigten 1848-er Revolution kommt es zu Massenauswanderungen nach Amerika. Ganze Weiler werden aufgegeben, Dörfer entlehrt mit dem Ziel, in der Fremde eine neue Heimat aufzubauen. Geschäftige Auswanderungs-Agenten in den Provinzen - heute würde man von "Schleppern" reden - verdienen sich hierbei mit den Reedereien überladener Auswanderungsschiffe über den Atlantik eine goldene Nase. Doch diese neue Heimat wird erst durch den Raub an Land der Ureinwohner und der nachfolgende Reichtum durch die Arbeit rechtloser Sklaven möglich, deren Heimat wiederum in Ketten gelegt wird. Insofern ist die Freiheitsstatue in New York der blanke Hohn.


"Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag: sie wohnen in schönen Häusern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigene Sprache; das Volk aber liegt vor ihnen wie Dünger auf dem Acker. Der Bauer geht hinter dem Pflug, der Vornehme aber geht hinter ihm und dem Pflug und treibt ihn mit den Ochsen am Pflug, er nimmt das Korn und läßt ihm die Stoppeln. Das Leben der Bauern ist ein langer Werktag; Fremde verzehren seine Äcker vor seinen Augen, sein Leib ist eine Schwiele, sein Schweiß ist das Salz auf dem Tische des Vornehmen."

Der Hessische Landbote von Georg Büchner und Ludwig Weidig zählt zu den bedeutendsten politischen Schriften und literarischen Dokumenten des Vormärz. Die heute geschätzte Auflage lag zwischen 1000 und 1500 Exemplaren. Er wurde in Offenbach heimlich gedruckt und von Gießener Studenten und Handwerksburschen in Mittelhessen konspirativ verteilt. Die Leser werden ausdrücklich darauf hingewiesen, die Flugschrift zu verstecken, um nicht eingekerkert zu werden. Die Sprache des Landboten ist volksnah gehalten, seine Wirkung wird mit zahlreichen Bibelzitaten von Weidig - ein Theologe und Lehrer - ergänzt weil die Bibel in der Regel am weitesten verbreitet ist. Nach Bekanntwerden der Flugschrift setzt im Großherzogtum Hessen-Darmstadt eine radikale Verfolgung ein. Büchner gelingt die Flucht über Straßburg nach Zürich, wo er 1837 erkrankt und stirbt. Weidig wird in Darmstadt eingekerkert, in Verhören gefoltert und psychisch zerstört. Er begeht 1837 nach angeblichem Verrat des ebenfalls eingekerkerten Petterweiler Pfarrers Hans Christian Flick (1790 - 1869), der unter

anderem am Sturm auf die Frankfurter Hauptwache (1833) involviert gewesen sein soll, Selbstmord. Weidigs Tod führt elf Jahre später zu einer politische Intrige, die laut Pfarrer Flick dem Advokaten und Verteidiger Weidigs und späterem Hofgerichtsadvokaten und Verwaltungsrat der Sparkasse in Darmstadt sowie kurzzeitigem Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung, Theodor Reh (1801 - 1868) zugeschrieben wird. Flick soll durch seine Geständnisse im Kerker am Tode Weidigs mitschuldig gewesen sein.

In einer Annonce im Frankfurter Journal 1848 zu den Wahlen zur Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche bezieht Flick, der selbst eine Kandidatur erwägt, zu diesen Gerüchten Stellung. Reh soll als Anonymus, so Flick, mit der Veröffentlichung der Verhörakten Weidigs gedroht haben. Ein politischer Skandal. Flick verzichtet auf eine Kandidatur und bezichtigt nunmehr Reh öffentlich des Opportunismus. Reh habe in Wahlversammlungen in Offenbach je nach der Gesinnung der Anwesenden gesprochen. Der Advokat - heute würde man von einem Staranwalt reden - beginnt seine politische Karriere als liberal-bürgerlicher Politiker.

Doch der Petterweiler Pfarrer hat noch ein Ass im Ärmel. Er organisiert 1848 in Petterweil für Robert Blum (1807 - 1848) eine politische Veranstaltung auf freiem Feld (die s.g. Bauchwiesenrede), zu der einige Tausend Menschen aus der Wetterau, dem Vogelsberg und dem Marburger Land gekommen sein sollen. Blum wird noch im selben Jahr aufgrund seiner Teilnahme an Aufständen in Wien dort standrechtlich erschossen. An ihn erinnert heute eine Denkmal-Anlage in Petterweil. Das einzige Denkmal in Deutschland, das zu Ehren Robert Blums errichtet worden ist.

Friedrich Ludwig Weidig wird 1791 in Oberkleen geboren, einem Weiler im heutigen Vogelsbergkreis. Er studiert in Gießen Theologie und wird 1812 Rektor der Schule in Butzbach. Als Verfechter demokratisch-liberaler Ideen und Anhänger der Turnerbewegung um Ludwig Jahn (1778-1852) tritt er für Reformen im Schulwesen ein. Ab 1830 wird er zunehmend politisch aktiv und nimmt an konspirativen Treffen der liberalen Opposition in Gießen teil und beteiligt sich an den Vorbereitungen zum Hambacher Fest (1832) wie am Frankfurter Hauptwachensturm (1833). Im Januar 1834 trifft er auf Georg Büchner, der in Gießen Medizin studiert. Beide verfassen den Hessischen Landboten, der von Weidig noch einmal analog christlicher Zitate und zum Unwillen Büchners redigiert wird. Danach setzt eine beispiellose Verfolgung im Großherzogtum Hessen-Darmstadt ein. Weidig wird vom Butzbacher Schuldienst suspendiert und als Pfarrer in seinen Geburtsort Oberkleen versetzt, wo er schlussendlich 1835 im Pfarrhaus wegen Hochverrats verhaftet und ins Gefängnis nach Darmstadt verbracht wird. Dort kommt er 1837 infolge von zahlreichen Schnittwunden ums Leben, wobei nicht geklärt wurde, ob es sich um Selbstmord oder um Fremdeinwirkung gehandelt haben soll.


Die Taube gilt in vielen Kulturen als das Symbol des Friedens und als christliches Symbol des Heiligen Geistes. Aber hier sind es die Tauben, die durch Intrigen und Verrat ein mörderisches Blutbad unter dem Federvieh herbeiführen, das sonst nur dem Fuchs zugeschrieben wird. Siehe hierzu auch "Reinekes Ende" in hochdeutscher Fassung. *)

Es woa emool ean Foks, dea wollt e Huingel freasse. Äawwa doas Huingel wollt nit gefreasse wean. Do säät doas Huingel deam Foks, he sillt´n aal Giggel freasse. Dea wea suwisu baal droo un raif fean Kochgrobbe. Do moschd sisch dea Foks noom Giggl. Wäi dea Foks baim Giggel woa un den freasse wollt, froot dea Giggel den Foks, worim deere da nit däi Gense freasse? He wea´s Leewe lang nua hinnan Hoinga häagelaafe un dobai su dorr woan, wäi nirremool e Gebinsche Schdruu gesai kinnt. O eam wea näad ze freasse, nua Fearran un Gnoche. Do moschd sisch dea Foks bai de Gense. Däi sääre äawwa, he sillt doch nochemool of Kreastdoag werrakomme, da wean se da aach oddlisch fädde un goa noch ze broore. He sillt sisch doch däi Däwwe foom Dach lange, wann he groat suu´n uuflerischde Hunga hät. Däi Däwwe wean zöu näat göut, nua zöum Freasse. Do schdäig dea Foks noon Däwwe nof. Däi Däwwe äawwa flooche fut un räife´m äas de Loft, he sillt sisch doch doas Huingel lange. Do sucht dea Foks werra doas Huingel. Doas Huingel woa äawwa näad mie do. Doas hat de Giggel allwail duutgepeggd, wail doas Huingel deam Giggel de Foks geschischd hat. Ai wäi kunnt dea Giggel doas da wesse? - froot dea Foks. Doas woan däi Däwwe. Däi Däwwe harre´s deam Giggel heannerim faroore. Do sucht dea Foks werra den Giggel. Dea Giggel woa äawwa näad mie do. Den harre de Gense allwail ie´n Wassagroawe geschdumbt un äasoffe, wail dea Giggel den Gense de Foks geschischd hat. Ai wäi kunnte däi Gense doas da wesse? - froot dea Foks. Doas woan däi Däwwe. Däi Däwwe harre´s den Gense heannerim faroore. Do sucht dea Foks werra de Gense. Däi Gense woan äawwa näad mie do. Däi harre de Däwwe allwail foo uuwe met Schdeecha zöugeschmeasse un ärschloo, wail de Gense den Däwwe de Foks geschischd harre. Do sucht dea Foks werra de Däwwe. Däi Däwwe woan äawwa näad mie do. Däi Däwwe woan schu werramool futgeflooche. Doas ärjerte den Foks, wail su 'e Imbrengerai woa jo keam foom Noddse. Un do kreeschd dea Foks ean gruuse Rappel, bäis sisch in ääjene Äarsch un frass sisch fo heanne häa sealbsd of. Bes näad mie foom do woa. Nua sai Mäal, doas bläib foom laije. Es kunnt sisch jo aach schlaaschd noch sealbsd gefreasse. Un däi Däwwe? - Of däi luurte schu de Habischd! Äawwa doas eas werramool e aanare Geschischde.

* ) Das Hinterländer Platt, eine Varietät des Oberhessischen, zählt noch zu den älteren Dialekten in Hessen, deren Strukturen teilweise aus dem Althochdeutschen ableitbar sind und deren Lautsystem noch mit dem Mittelhochdeutschen verbunden ist. Der für fremde Ohren eigentümlich klingende Dialekt gehört den westmitteldeutschen-fränkischen Sprachgruppen an. Er bildet eine Brücke zwischen dem mittelhessischen rhreinfränkischen Süden sowie dem niederhessischen und niederdeutschen Norden. Verbreitungsgebiet dieser Mundart ist die alte hessen-darmstädtische Provinz Oberhessen mit benachbarten Gebieten im alten Kurhessen und Nassau. Das stimmlose "s" wird zu "sch“ verschliffen, das "r" wird mit der Zunge an den Gaumen gedrücktes und gerolltes retroflexes Zungen-"r"  gesprochen. Zu den weiteren Besonderheiten gehört der Wandel der stimmlosen Laute "k", "p" und "t" zu stimmhaften "g", "b" und "d", sowie das Verschleifen des "er" zu "a" vor allem in der Endsilbe (Wetterau - Wearrera). Besonders auffällig sind die sogenannten gestürzten Diphtonge. Die mittelhochdeutschen fallenden Zwielaute "ie", "üe", und "uo" erscheinen als steigende Zwielaute "äi", "oi" und "ou". Alle Diphtonge werden eindeutig betont, so dass es nicht zu einer Verwechselung beispielsweise von "ai" und "äi" kommt. Der Laut zwischen "a" und "o" wird durch "oa" realisiert. Der Buchstabe „v“ wird zum „w“ oder „f“ je nach dem Lautstand des Wortes (Vogel - Fuchel, Blumenvase - Bleammewase) und "äu" und "eu" wird zu "oi" (Kräuter - Kroira, Leute - Loire), "ch" wird zu "k" oder zu "x". Bei Eigennamen oder Sonderformen bleiben in der Regel die Standardformen der Schreibweisen bestehen.


Carl Vogt (1817 - 1885), gebürtiger Gießener und Naturwissenschaftler. Aus meinem Leben - Erinnerungen und Rückblicke, Stuttgart (1886).

Ein armes Land, dieses hessische Hinterland! Öde Schieferberge mit dünnen Waldflecken, Moore und Heiden, magere Felder und Wiesen! Hie und da Eisenhütten, sonst aber nur Schiefergruben, die mit engen Mündungen gen Himmel gähnen, in die Tiefe sich mehr und mehr erweitern und schließlich voll Wasser laufen, so daß der Boden mit kleinen, runden Löchern besät scheint an vielen Stellen. Häufig kommen Unglücksfälle vor, denn erst, wenn jemand in einer solchen „Kaute“ ertrunken ist, umgiebt man sie mit einer Wehre. Die Bewohner, meist arm und in elender Weise sich behelfend. Tante Lenchen hatte an einem, auf die Straße gehenden Fenster ein Schieberchen anbringen lassen, hinter welchem sie an jedem Morgen auf einem Brettchen eine bestimmte Anzahl von Hellern aufreihte. Die vorübergehenden Armen nahmen stillschweigend einen Heller, lüpften den Hut zum Danke und gingen weiter. Wenn die Heller verausgabt waren, schloß die Tante den Schieber. Niemand hätte mehr als einen Heller genommen – man hätte das für einen Diebstahl gehalten. Aber Holzfrevel war keine Diebstahl und Jagdfrevel auch nicht. Die Strafen für Holzfrevel mußten durch Arbeiten im Walde an Wegen und Kulturen abverdient werden. Aber Venator war nachsichtig. „Wie sollen denn die armen Leute durch den harten Winter kommen“, sagte er, „wenn sie nicht Holz freveln. Kaufen können sie es nicht und Schiefer, die sie zur Genüge haben, brennen nicht.


Von Heinrich Dingeldein, Leiter der Arbeitsstelle "Hessen-Nassauisches Wörterbuch" an der Philips-Universität Marburg (1986).

Stadtflucht als Reaktion auf die immer noch aus ökonomischen Gründen fortwährende Landflucht, „zurück zur Natur", freilich mit Spülmaschine und Wäschetrockner im Anhänger, das sind Symptome einer Zeit, die wohl noch nicht weiß, was sie will. Zuvieles steht in Frage: Schon der Friede ist bedrohlich, wie es früher nur der Krieg sein konnte. Einen kalten Frieden erleben wir, einen Frieden voller Angst vor dem Morgen, vor der Zukunft. Ratgeber, Zeichen, sind in solchen Zeiten gefragt, sie sind unentbehrlich. Jedoch nicht solche, wie sie als Dutzendware von den Politikern angeboten werden, laut und Applaus heischend. Es sind die leisen Töne, aus denen die Angst spricht, vielleicht auch die Zuversicht, die Menschen könnten es aus eigenem Antrib packen.

Wieder einmal sind es die Literaten, die sich als Seismographen ankündigender gesellschaftlicher Beben erweisen, wieder einmal sind es die Dichter, die Ängste und Hoffnungen nicht unter wissenschaftlicher Formelsprache oder hinter phrasenreichem Politikerdeutsch zu verbergen trachten. Doch wer hört auf sie? In der Regel doch nur die, welche es bereits wissen. Denn die Sprache der Literatur ist nicht jedermanns Sache; sie zu verstehen will ebenso gelernt sein wie der Jargon Hamburger Hafenarbeiter. (Wieviele geschriebene Bücher werden gedruckt, wieviele gedruckte gelesen, wieviele gelesene verstanden?) So wird es verständlich, daß ein von Ideen voller Kopf nach Wegen sucht, mit der Sprache des Volkes Wesentliches auszudrücken, ohne dem Volk nach dem Munde zu reden. Da mag es sinnvoller erscheinen, von wenigen, für Literatur sonst Tauben gut als von vielen schlecht verstanden zu werden, zumal wenn das Engagement den Wenigen gilt.

Kurt Werner Sängers Interesse gilt der Heimat, seine Sprache ist die ihre. Richtig: Heimat, auch wenn dieses Wort für Sänger ein Fremdwort bleibt. Nicht das Traumgebilde „Heimat", das einen gewissen Marktwert besitzt, dem so viele aufsitzen, „Heimat" als Synonym für Geruhsamkeit, Gleichgewicht aller Kräfte, süße Frieden. Die Beweggründe dieses Heimatbegriffs sind längst durchschaut: „Heimat" soll Trost sein für das bedrängende, bedrückende Hier und Jetzt, quasi eine Option auf ein irdisches Paradies ohne realen Kunstwert. Sängers Heimat ist die Welt der arbeitenden, schwitzenden, frierenden, hoffenden, zagenden Menschen, der Ort, die Landschaft, in denen sich Menschen lieben und streiten, sich hassen und sich versöhnen. Der Ort also, in dem alle Menschen leben, in dem sie sich auskennen und in dem sie sich zurechtfinden müssen, in dem sie sich vor dem Heute ängstigen und auf den nächsten Tag hoffen, ohne dabei die Angst zu verlieren.

Nur der Heimatlose braucht sich um nichts zu ängstigen, und nur der Heimatlose kann alle Hoffnung verlieren. Denn „heimatlos" ist nicht der, welcher sein Zuhause verlassen muß, sondern derjenige, dem die Erinnerungen an gemeinsame Werte - und seien sie noch so fragwürdig - verlorengegangen sind, derjenige, der ohne Wurzeln durch die Zeit treibt. Auf einen geographischen Namen muß ein solcher Heimatbegriff nicht fixiert sein, er kann ihn aber individuell besitzen. Kurt Werner Sängers Heimat heißt Hinterland. Oh Treppenwitz der Namengeschichte: ausgerechnet Hinterland! Ursprünglich „Hinterland" nur von der fernen Residenz Darm stadt aus gesehen, heute fast schon Synonym für die andere, „hintere" Hälfte des Landes, die Kehrseite des kraftstrotzenden und menschenbedrohenden „Vorderlandes" unserer Städte und Ballungsgebiete. Dem hessischen Hinterland zwischen dem Rothaargebirge im Norden und der Industriestadt Wetzlar im Süden, zwischen Wittgenstein und Siegerland im Westen und dem Marburger Land im Osten gilt Sängers Liebe und Kritik.

Es ist ihm - wie er es in einem seiner Gedichte ausdrückt - eine liebliche Frau, die ihn nicht will, aber dennoch sein Schatz ist. Die Sprache, die Mundart dieses Landstrichs, seine sprachlichen Bilder und Metaphern, hat er mit der Muttermilch eingesogen, die raue Melodie des Dialekts liegt ihm auf der Zunge, mit ihm vermag er die Partituren seiner Geschichten und Gedichte zu setzen: schleppend und mühsam wie der Gang des Schichtarbeiters aus dem Werkstor der Eisenhütte oder jauchzend und vergnügt wie die Kirmesburschen früherer Zeiten und die Disco-Queens unse rer Tage. Es ist eine nackte Sprache, die sagt, was gemeint ist, die ausdrückt, was gespürt wird. Es ist die Sprache der sonst Stummen. Bei ihr muß nicht erst die dicke Kruste eingängiger, papierner Floskeln abgeklopft werden, um den Kern freizulegen.

Und wovon erzählt Sänger? Von all dem, wovon Menschen träumen, worüber sie sich freuen, was ihnen Kummer bereitet, vor allem, worüber geredet wird: Vom Außenseiter, der im Alkohol ertrinkt, vom Festzug des Feuerwehrfestes, von schlechter Zeit und Schulden, von guter Zeit und Frieden. Aber auch vom Mäuserich Emil - unser aller Großmutter könnte die Geschichte erzählt haben! -, der es ver steht, der eitlen Katze ein Schnippchen zu schlagen (a.a.O.). Eine ganze Welt erschließt sich, klein, aber komplett, eine enge Welt, deren Fesseln spürbar werden, eine enge Welt, deren Wärme spürbar wird, ein Kosmos von Gefühlen. Es sind die Wörter und die Laute der mittelhessischen Mundart des Hinterlandes, die Sänger benutzt, es ist aber nicht die Sprache des Hinterländer Alltags.

Sängers Sprache, seine Sätze, Bilder und Reime wirken wie eine Lupe: Sie vermögen Dinge, die leicht übersehen werden, hervortreten, in ihren Konturen begreifbar werden zu lassen. Sie vermögen - ins rechte Licht gesetzt -wie ein Brennglas zu wirken: Feuer und Wärme spendend oder auch verletzend. Sie vermögen aber auch - und zu hoffen steht, daß sie dies breit bewirken - den Menschen des Hinterlandes ein Stück ihres Selbstvertrauens zurückzugeben, das man ihnen (oft genug gemeinsam mit der Mundart) in der Schule ausgetrieben hat. Wer einmal begriffen hat, welch breites Spektrum von Ideen mit welcher Schärfe in der sonst verachteten und verlachten Sprache der Region ausgedrückt werden kann, wird schwerlich in den Phrasen professioneller Sprücheklopfer der Medien das allein seligmachende Mittel des sprachlichen Ausdrucks suchen.

„Jede Provinz liebt ihren Dialekt, denn er ist doch eigentlich das Element, in welchem die Seele ihren Atem schöpft", schrieb Johann Wolfgang Goethe in seinem siebten Buch Von Dichtung und Wahrheit. Es liegt wohl an der Atemlosigkeit unserer Zeit, daß nicht mehr jede Provinz ihren Dialekt liebt, ja daß das Atemschöp fen der Seele selbst vergessen zu sein scheint. Das Atemholen der Seele, das Nachdenken auch in überkommenen, gleichwohl kritikwürdigen Kategorien ist aber eine Voraussetzung für die Gedankenkraft und Phantasie, die die Menschheit benötigt, um ihre Gegenwart auf der Erde zu bewältigen. Wir brauchen die Idylle, auch wenn sie sich uns als eine Fata Morgana offenbart, wir siegen soll. Wir brauchen den Schrei, der uns aufweckt, wenn wir vor Zufriedenheit schlaftrunken die Augen schließen. Wir brauchen Menschen, die uns einen Spiegel vorhalten, damit wir uns selbst erkennen, wenn es darauf ankommt.

Vielleicht, nein, sicher ist es Kurt Werner Sänger geglückt, ein sprachliches Panorama eines Landstrichs zu entwerfen, aus dem man sonst kaum ein Wort vernimmt. Daß er es in der notwendig kritischen, gleichwohl liebenswerten Art getan hat, daß er es für die Menschen in ihrer Sprache getan hat, sollten sie ihm hoch anrechnen; auch dann, wenn sie die eine oder andere Ansicht nicht teilen können, vor dem einen oder anderen Wort gar gehörig erschrecken. Sie sollten das Risiko der Auseinandersetzung ein gehen, mitdenken, mitfühlen, mitweinen, mitlachen, nicht zurückschrecken vor ungewohnter Schreibe, vor der Mühe des Lesens. Kurt Werner Sängers Schreie aus der Idylle, seine Präsentation des Alltags als Sensation, sind reiner Sauerstoff für das „Atem schöpfen der Seele" - nicht nur für „echte" Hinterländer, sondern für alle, die in dem einen oder dem anderen Hinterland leben. Kurt Werner Sängers Verse und Geschichten sind - wie es „Regenbögen" zu sein pflegen - Hoffnungszeichen für die Zukunft, wenn auch in den Farben der Trauer: schwarz und weiß.


Szenische Lesung mit einem Takt gebenden Metronom. Aus: Deheem - Odermennig und das Hinterland, Fernsehfilm, Hessischer Rundfunk (1987).

lischd oomache wägga äasmache offschdie raadjo oomache kaffee offschdänn säa föuran noon hoinga gugge noom wearra gugge bottan schmean tärmoskann follmache ean muffel froischdegge ofn oabtret gie raadjo äasmache of de äawwa gugge däsche neamme gie ofn fritz woate oos loddogeald denke zigarädde schdäpseln ofn fritz woate raache ieschdaie schwaie raache of de äawwa gugge of de äabt foan äasschdaie ie de halle gie schdeache imzäie raache of de äawwa gugge maschin oomache schräwwe driä maschin äasmache of de äawwa gugge päase mache bildzairung lange ean muffel froischdegge of de äawwa gugge maschin oomache schräwwe driä maschin äasmache of de äawwa gugge meddoag mache rimschdie noom wearra gugge loddo mache rimschdie maschin oomache schräwwe driä maschin äasmache kiste schdänn kiste futfoan schdeggzoan äasräacheln lesse schdeggzoan ofschraiwe lesse schdeggzoan schdempeln lesse schdeggzoan innaschraiwe lesse maschin of null schdänn noo ́m ööl gugge schdeache of de äawwa gugge äas de halle gie ofn fritz woate raache ofn fritz woate ieschdaije werran doag rim sa heemfoan säa föuran ean muffel easse deam frieda ea kwäddsche blegge groas miäe noom gesangfaain gie of de äawwa gugge färnseh oomache bäia lange brogramm ennan bäia lange brogramm ennan bäia lange brogramm ennan bäia lange bäia lange färnseh äasmache of de äawwa gugge hoinga zöumache noo de säa gugge noom wearra gugge sisch wäsche zöuschläise ofn oabtrett gie sisch lääje wägga oomache lischd äasmache


Nachdem es die Gassen und Winkel einige Male durchschritten hatte ohne einer Menschenseele gewahr zu werden, traf es auf den stummen Tischlermeister Trenkel, der mit einem rumpelnden Wägelchen seine frisch gezimmerten Schemel und Särge über das grobe Pflaster bugsierte. Ob es eine Einkehr gebe, unterbrach das Männchen den Tischlermeister bei seiner Arbeit, der ihm mit einem frohen Gesicht und einem wippenden Zigarrenstumpen zwischen den Lippen und wohlmeinenden Gesten den Weg zum Wirtshaus zeigte. Zum Dank für dessen Herzlichkeit kramte das Männchen aus seinem Rucksack einen der Sonne nach funkelnden Stein heraus, den er Trenkel schenkte. Er möge diesen Stein in gute Verwahrung nehmen, mahnte das Männchen, denn er besitze die Kraft, in Zeiten der Not sich zu vermehren aber auch den hässlichen Neid und das grobe Geschwätz unter den Menschen zu schüren. Dann ging es mit festem Schritt auf das Wirtshaus zu, dessen schiefes und von der Sonne gebleichtem Türschild „Zum Vetterleswirt“ auf die Geschäfte vergangener Zeiten hindeutete. Den Wirt, ein mit einem blaugelben Wams bekleideter hemdsärmeliger, stämmiger Kerl mit auffallendem rosa Gesicht und einer an eine elektrische Steckdose erinnernde Stuppelnase, fand es, wie alles Leben in Liewletrod, in einem dumpfen Dämmerzustand vor. Nur der Zapfhahn machte sich durch ein gelegentliches Glucksen und Röcheln bemerkbar, einem Rülpsen ähnlich, als wollte er sich der noch verbliebenen sauren Luft im Bierfass vergangener Trinkgelage entledigen.

Es bedurfte einiger Mühe des Männchens, sich dem Wirt gegenüber bemerkbar zu machen. Durch kräftiges Poltern mit der Faust auf den Schanktisch und mit heftigen Tritten gegen die Schanktür, wodurch deren gläserne Fassung entzwei sprang, gelang es ihm, den Wirt zu erwecken, der im Augenblick des Schreckens mit weit geöffneten Augen und mit nicht minder offenem Maule das sonderbare Geschöpf anstarrte. Durchaus hätte es dem Wirt auch scheinen können, wollte man seinem Entsetzen im Gesicht nach urteilen, dass er für sich selbst einen Augenblick geglaubt haben mochte, in einer ihm entrückten Welt angekommen zu sein, doch war er längst in derselben anwesend, ohne dies seinem Verstand nach gegenwärtig zu sein. Mit keuchendem Atem um Fassung ringend läutete er nach seiner hageren und mit einer blau geblümten Schürze bekleideten Frau, die mit müden Schritten herbei schlurfte. Auch ihr widerfuhr beim Anblick des Männchens ein großes Schaudern, dass ihr zu einem Dutt aufgebundenen grauen Haarschopf ins Wanken geriet.

Aber all dies kümmerte das Männchen nicht. Es war sich der Fremdheit seiner Erscheinung wohl bewusst wie in der Überzeugung sicher, dass es, wenn es nur seine Angelegenheit gemacht und als ziviler Mensch in angemessenem Aussehen jede Verwirrtheit, die den Augenblick bestimmte, geglättet habe, sei auch der Schrecken gebannt, den es einstweilen verbreitete. Allein nur die Beobachtung, dass sowohl der Wirt als auch dessen Frau zwar des Hörens so doch nicht des Sprechens imstande waren, weckte seine ganze Aufmerksamkeit. Denn sie unterhielten sich in einer stummen Sprache mit wirbelnden Gesten und Handzeichen, jedoch in einer heftigen Art, danach man glauben mochte, sie verprügelten sich zugleich. Ihre Gebärden erinnerten an ein Fechten oder Stoßen, derart, hätte man es in Worte übersetzt, eher einem lauten Geplärre oder einem heftigen Ringen gleichgekommen wäre. Doch in ihren Augen glänzte zugleich ein tiefes Verlangen nach einem Schäufelchen voll von Glück und einem heiteren Leben des Sprechens.
 
Ob ein Kanten Brot zu haben sei, mischte das Männchen sich in den lautlosen Zwist ein, auch sei ihm ein Schluck Wasser willkommen. Bezahlen könne es einstweilen nur mit Steinen, die es freilich in reichlicher Anzahl und in verschiedenen Größen und Farben anzubieten habe, betonte das Männchen und fügte hinzu, dieses Geschäft solle dem Wirt nicht zum Schaden sein. Wenn auch die Wirtsfrau diesem seltsamen Handel, Brot gegen Steine, mit Neugierde gegenüber stand, so lehnte der Wirt dieses sonderbare Angebot mit einer schroffen Geste der Verachtung ab und stieß den Sonderling aus dem Wirtshaus hinaus. Gewiss, es hätte die Sache gescheiter angehen können, dachte das Männchen, wenn es die besonderen Umstände der Steine deutlicher mitgeteilt hätte, aber dies schien ihm angesichts des groben Benehmens des Wirtes nicht mehr der Mühe wert. So ging es des Wegs ohne besonderes Ziel und gescheiten Nutzen für sich selbst und für jedermann dahin.

Als es einige hundert Schritte später die Dorfmauer von Liewletrod hinter sich gelassen hatte, stieß es am Wegrand auf einen vermoderten Wurzelstock, dessen Unterseite sich in nasser Fäulnis darbot. In den Kuhlen des faulenden Holzes hoffte es auf Wasser, auf das es seit Stunden schon dürstete und das ihm im Wirtshaus so grob verwehrt worden war. Mit bloßen Händen begann es das moderige Holz aufzubrechen, das, je tiefer es fasste, tatsächlich eine kühle Feuchte, gar noch eine Quelle verhieß. Doch plötzlich sprach eine leises aber barsches Stimmchen aus dem Holzstumpf heraus: „Was hast du da zu kratzen!?“ - „Ich suche eine Handvoll Wasser zu finden, wenn´s recht ist!?“ - antwortete das Männchen und blickte mit Erstaunen um sich. 

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